Abstrakte Kunst kaufen: Wie finde ich ein Original, das wirklich zu mir passt?

Abstraktes Originalgemälde von Frederic Paul in einem Raum vor dem Kunstkauf

Wenn jemand zum ersten Mal ein Originalkunstwerk kauft, merke ich häufig, dass die Unsicherheit nicht unbedingt beim Bild beginnt. Oft sind es zunächst ganz praktische Fragen: Wie läuft so ein Kauf überhaupt ab? Wird das Werk geliefert oder verschickt? Wie bezahle ich? Und woher weiß ich, ob das Bild später tatsächlich in meinen Raum passt?

Diese Fragen sind vollkommen nachvollziehbar – ein originales Kunstwerk kauft man schließlich nicht jeden Tag. Trotzdem beginnt die eigentliche Entscheidung für mich an einem anderen Punkt: bei dem Werk selbst. Wenn ich also gefragt werde, worauf man beim Kunstkauf achten sollte, ist meine Antwort deshalb ziemlich einfach: Ein Bild sollte mich von Anfang an interessieren und lange beschäftigen. Es darf etwas auslösen, auch wenn sich dieses „Etwas“ nicht sofort in Worte übersetzen lässt.  Entscheidend ist nur der eine Gedanke: Mit diesem Werk möchte ich leben – in meinem Wohnzimmer, in der Arztpraxis oder im Büro.

Erst danach kommen die praktischen Fragen: Passt das Format an die vorgesehene Wand? Welche Rolle spielen Raum und Licht? Wie sehr sollte die vorhandene Einrichtung die Entscheidung beeinflussen? Und wie gestalten sich die Bezahlung und der Versand eines Kunstwerkes? Genau darum geht es in diesem Blog-Beitrag – und auch um die Frage, warum ich beim Kunstkauf dem eigenen Gefühl mehr Bedeutung geben würde als der perfekten Abstimmung mit dem Interieur.

Warum die Entscheidung beim Kunstkauf nicht mit der Einrichtung beginnt

Gerade beim Kunstkauf wird schnell sehr viel über den Raum nachgedacht. Passt das Blau in dem Kunstwerk zum Sofa? Verträgt sich das Bild mit dem Teppich? Ist die Einrichtung vielleicht zu minimalistisch oder zu farbig? Ich würde die Entscheidung möglichst unabhängig davon treffen.

Natürlich sollte das Format an die vorgesehene Wand passen. Und natürlich verändert sich die Wahrnehmung eines Bildes durch seine Umgebung. Trotzdem habe ich häufig erlebt, dass Menschen sich vor dem Kauf sehr viele Gedanken über einzelne Farben ihrer Einrichtung machen und dann nach dem Probehängen merken: Das Kunstwerk fügt sich in den Raum ein. Deshalb würde ich mich auch nicht zu sehr an Einrichtungstrends orientieren. Denn ein Trend kann sich ändern – das Verhältnis zu einem Bild sollte im besten Fall länger bestehen.

Für mich ist die interessantere Frage deshalb nicht: Passt das Werk perfekt zu meinem Interieur? Sondern: Möchte ich dieses Bild immer wieder sehen?

Ein Bild darf sofort gefallen – aber dabei muss es nicht bleiben

Ich bin davon überzeugt, dass der erste Eindruck wichtig ist. Auf Kunstmessen sehe ich das immer wieder: Jemand bleibt vor einem Bild stehen, geht näher heran, sieht es sich länger an und beginnt irgendwann, mir Fragen zu stellen: Was ist das für eine Technik? Wie ist das Werk entstanden? Gibt es eine konkrete Geschichte dazu?

Gerade bei meinen Arbeiten kommt häufig die Frage nach der Technik auf, weil ich mit einer eigenen Herangehensweise und verschiedenen Materialien arbeite. Wenn sich jemand für ein Werk interessiert, entsteht oft ganz automatisch der Wunsch, mehr darüber zu erfahren. Dabei muss ein Bild für nicht ausschließlich „schön“ sein. Es darf zunächst gefallen, aber gleichzeitig etwas haben, das die Aufmerksamkeit hält. Vielleicht entdeckt man Details erst später. Vielleicht verändert sich die Wahrnehmung mit dem Abstand, mit einem anderen Licht oder einfach dadurch, dass man länger damit lebt.

Warum Zögern beim Kunstkauf oft ein gutes Zeichen ist

Eine Situation erlebe ich besonders häufig auf Kunstmessen: Jemand entdeckt ein Werk und ist offensichtlich interessiert. Trotzdem fällt die Entscheidung nicht sofort. Das ist verständlich, denn ein Originalkunstwerk ist für viele Menschen eine größere Anschaffung. Also gehen sie erst einmal weiter über die Messe. Manchmal kommen sie einige Stunden später zurück. Manchmal am nächsten Tag. Und manchmal melden sie sich erst später, weil sie gemerkt haben, dass ihnen genau dieses Bild nicht aus dem Kopf gegangen ist.

Für mich ist das ein sehr nachvollziehbarer Entscheidungsprozess. Man muss ein Original nicht innerhalb von fünf Minuten kaufen, nur weil der erste Eindruck stark war. Im Gegenteil: Etwas Abstand kann hilfreich sein. Wenn ein Werk mit diesem Abstand immer noch präsent ist und der Wunsch bleibt, es zu Hause, im Büro oder in der Arztpraxis sehen zu wollen, ist das aus meiner Sicht das beste Zeichen.

Größe, Raum und Licht: Was sollte vor dem Kunstkauf geklärt werden?

So persönlich die Entscheidung beim Kunstkauf auch ist – einige praktische Punkte spielen natürlich dennoch eine wichtige Rolle. Der wichtigste Punkt ist das Format: Ein Werk muss an den Platz passen, an dem es später hängen soll. Wenn ausreichend Wandfläche vorhanden ist, würde ich persönlich eher über ein größeres Format nachdenken. Bei einer kleineren Fläche kann ein kleineres Werk die entsprechend passendere Entscheidung sein.

Wer sich die Dimensionen nur anhand von Zentimeterangaben schwer vorstellen kann, kann das Bild mit technischer Unterstützung im Raum visualisieren. Auf meiner Website gibt es hierfür ein Tool, das ein ausgewähltes Kunstwerk digital an die gewünschte Wand projiziert. Damit lässt sich besser einschätzen, wie ein Format an einer Wand wirkt und beantwortet eine sehr praktische Frage: Funktioniert die Größe an genau dieser Stelle?

Auch das Licht beeinflusst natürlich, wie wir ein Bild sehen. Ein heller Raum mit Tageslicht bietet andere Bedingungen als ein eher dunkler Raum mit künstlicher Beleuchtung. Ich würde die Wahl eines Werkes davon trotzdem nicht grundsätzlich abhängig machen. Wenn ein Raum wenig Licht hat, lässt sich die Beleuchtung verändern oder gezielt ergänzen.

Was tun, wenn zwei Kunstwerke infrage kommen?

Häufig kommt es auch vor, dass man zwischen zwei Kunstwerken schwankt und sich nur schwer für „das richtige“ Werk entscheiden kann. Wenn zwei Arbeiten gefallen und sowohl Platz als auch Budget vorhanden sind, gibt es natürlich eine unkomplizierte Lösung: man kauft beide Kunstwerke. Wenn aber nur eines infrage kommt, würde ich daraus aber keine komplizierte Pro-und-Contra-Liste machen. Bei einer solchen Entscheidung hilft aus meiner Sicht das eigene Gefühl mehr als der Versuch, zwei Kunstwerke nach rationalen Kriterien gegeneinander „auszurechnen“.

Diese zwei Fragen können bei der Entscheidung helfen: Welches der beiden Werke taucht immer wieder in meinen Gedanken auf? Zu welchem zieht es mich zurück?

Wo kann ich abstrakte Kunst kaufen, wenn ich noch gar nicht weiß, was mir gefällt?

Wer bisher wenig Kontakt mit Kunst hatte, muss nicht bereits wissen, welche Stilrichtung oder welche Künstler:innen infrage kommen. Kunstmessen finde ich für den Anfang sehr hilfreich. An einem zentralen Ort kann man sich dort unterschiedliche Positionen und Stile betrachten. Man merkt relativ schnell, ob einen beispielsweise abstrakte, figurative oder ganz andere Arbeiten stärker interessieren. Auch Galerien sind gute Orte, um sich einen Überblick zu verschaffen und ins Gespräch zu kommen. Daneben gibt es Onlineplattformen und die Websites von Künstler:innen.

Für mich gehört auch der persönliche Austausch mit Künstler:innen zum Kunstkauf dazu. Wenn jemand mehr über die Arbeitsweise, Materialien oder ein bestimmtes Werk wissen möchte, kann ein Gespräch bei der Entscheidung helfen. Wer etwa meine Arbeiten im Original sehen möchte, kann mich nach kurzer vorheriger Absprache in meinem Atelier in der Nähe von Würzburg besuchen und meine aktuellen Werke sowie Arbeiten ansehen, die sich noch im Prozess befinden.

Wie läuft der Kauf eines Originals konkret ab?

Wenn man sich schließlich für ein Kunstwerk entschieden hat, ist der organisatorische Teil viel unkomplizierter, als viele beim ersten Kunstkauf erwarten.

Bei einem direkten Kauf stellen Künstler:innen in der Regel eine Rechnung aus. Nach Eingang der Zahlung wird das Kunstwerk übergeben oder geliefert. Ich halte es gerne persönlich: Je nach Entfernung bringe ich Arbeiten am liebsten selbst zu ihren neuen Besitzer:innen. Das mache ich besonders gern, weil ich dabei sehe, wo ein Bild später hängen wird und die Menschen hinter der Anfrage persönlich kennenlerne. Wenn das nicht möglich ist, können die Arbeiten geschützt verpackt und versendet werden. Ein Versand innerhalb Europas ist problemlos möglich; auch der Versand in andere Länder ist grundsätzlich kein großer Aufwand, wobei sich die Versandkosten entsprechend verändern.

Und wenn vor dem Kauf noch Unsicherheit besteht, ist es sinnvoll, darüber zu sprechen. Viele Fragen zu Größe, Raum, Lieferung oder dem Werk selbst lassen sich direkt und unkompliziert mit den Künstler:innen klären.

Fazit – Ein Original muss nicht perfekt erklärbar sein

Wer ein Originalgemälde kaufen möchte, muss dafür weder Kunstgeschichte studiert haben noch erklären können, warum genau dieses eine Bild das richtige ist. Ich finde sogar, dass man diesen Teil der Entscheidung nicht zu stark rationalisieren sollte. In Gesprächen und auf Messen erlebe ich immer wieder Menschen, die zuerst einfach vor einem Kunstwerk stehen bleiben und gefesselt sind. Erst danach kommen die Fragen. Manchmal folgt die Entscheidung sofort, manchmal erst einige Tage später. Der entscheidende Punkt ist für mich nicht, ob ein Bild zu einem aktuellen Einrichtungskonzept passt. Viel wichtiger ist, ob der Wunsch bleibt, es um sich zu haben.

Wer herausfinden möchte, ob eines meiner Werke dieses Gefühl auslöst, kann sich meine Arbeiten hier auf der Website ansehen oder einen Termin für einen Atelierbesuch vereinbaren. Bei Fragen zu einem Werk, zum Format oder zur Wirkung im eigenen Raum bin ich ebenfalls gerne direkt ansprechbar.